For the Record – Das Interview
60 Tage lange begleitete MTV Britney Spears. Lest hier das volle Interview indem Britney ihre Sicht der Dinge schildert.
Warum wolltest du diese Dokumentation machen?
Ich glaube ich wollte diesen Film machen weil ich nicht in dem Licht gesehen wurde indem ich gesehen werden möchte. Ich weiss nicht genau was für ein Licht das sein soll aber, ich hatte das Gefühl das Dinge über mich gesagt worden sind die nicht ganz richtig sind. Mir ist es egal was die Klatschpresse über mich schreibt, aber es gibt vieles was die Leute nicht über mich wissen. Und das sollen sie erfahren.
Dein Leben ist komisch oder? Weißt du dass es komisch ist?
Du meinst mein Leben ist komisch? Ich kenne es gar nicht anders! Für mich ist es nicht komisch!
Über das Wort Comeback
Ich mag es nicht wirklich wenn sie es Comeback nennen. Ich war ja gar nicht weg, ich habe mir ein wenig Zeit für mich selbst genommen und ich war im Tonstudio.Ich habe nicht so doll im Rampenlicht gestanden aber ich habe eben das gemacht was ich immer mache.

Über die VMAs 2007
Du hast gute Auftritte und schlechte Auftritte. Man hat herausragende Auftritte und man hat Auftritte die so ganz okay sind. Man hat halt so seine Phasen. Manche Leute leisten sich Auszeiten und sind dann auch nicht besonders aktiv. Sie kriegen keine Auszeichnungen, sie halten sich erstmal zurück. Man kann ja nicht immer im Rampenlicht stehen.
Also Britney bist du wirklich bereit dich wieder ins Rampenlicht zu stellen?
Ich habe dieses Jahr viel durchgemacht. In den letzten zwei Jahren ist mein Vertrauen oft erschüttert worden. Ich bin richtig erwachsen geworden. Weißt du ich bin viele Dinge echt leid. Ich passe gut auf mich auf. Manchmal ist es echt ein bisschen einsam, du wirst ganze Zeit bewacht, aber das muss so sein, sonst wirst du ausgenutzt und dir passieren solche Sachen wie mir
letztes Jahr. Ich hatte total den Faden und mich selbst verloren. Ich hatte in mir so ein Wesen, das einfach rebellieren wollte. Ich wäre nie so ein Gefangener geworden. Ich wollte einfach nur frei sein, in mein Auto springen und losfahren und mir nicht sagen lassen das sich zuhause bleiben soll. Ich glaube dieser Teil von mir hat mir schon immer Ärger gemacht. Es gab Leute in meinem Leben die einfach schlechte Menschen waren und anfangs habe ich total aufgepasst aber irgendwann habe ich sie reingelassen, weil ich einsam war. Oder was auch immer und dafür habe ich einen hohen Preis bezahlt. Aber ich habe das Gefühl das wenn du ein Fehler machst, du daraus lernst und du bist drüber hinweg, muss du dennoch lange die Konsequenzen tragen. Ich blicke zurück und ich weiss nicht wie ich das Überstanden habe. Aber wenn ich dann zurückblicke, denke ich, ich bin ein vernünftiger Mensch, was habe ich mir dabei nur gedacht.
Über das Tanzen
Tanzen ist ein wichtiger Teil von mir. Das ist es was ein Teil von mir braucht ohne Tanzen wäre ich Tod. Ich habe gute Tage an denen ich echt gut klarkomme und dann habe ich Tage an denen man mir meine Laune direkt ansieht. Und es mir einfach zuviel wird. Ich habe gute und ich habe schlechte Tage.
Über ihre Beziehungen
Manchmal ist es zuviel. Mit gewissen Dingen kann keiner einfach so umgehen. Mit Justin, er war daran beteiligt wie ich zu dieser riesigen Nummer geworden bin. Als er dann weg war wusste ich nicht was ich mit mir anfangen sollte. Weißt du was ich meine. Ich war doch noch so jung, wusste nicht weiter ich war doch so berühmt. Ich ging aus um auf andere Gedanken zu kommen. Ich war immer unterwegs. Immer beschäftigt. Eine Partylöwin. Ich habe die Trennung von Justin wesentlich besser verkraftet als die mit Kevin. Das liegt wahrscheinlich daran das wir zwei Kinder miteinander haben. Ich wusste plötzlich nichts mehr mit mir anzufangen. Dabei hatte ich doch mein Traumhaus in Malibu gebaut. Ein Riesenpalast mit Schwimmbecken und Garten für die Kinder. Ich habe alles für sie getan und das war nur meine Welt. Ich glaube ich habe aus den falschen Gründen geheiratet, statt meinen Herzen zu folgen und etwas zu tun was mich wirklich glücklich macht, habe ich einem Traumbild hinterher gejagt. Und das hat mich in eine seltsame Richtung gebracht.
In deiner Ehe mit Kevin oder mit Jason?
Oh mit Kevin. Und als es dann vorbei war, habe ich mich so einsam gefühlt. Ich wollte nicht wahr haben das es Realität war. Ich dachte immer, ich schaffe das, ich kann das. Ich habe mich nie damit auseinandergesetzt. Ich bin geflüchtet.Und es ist komisch das, dass was du durchgemacht hast sich in deiner Musik widerspiegelt. Ein Teil findet sich auf meiner neuen Platte wieder. Kevin fing an sein eigenes Album zu machen und er wollte sein eigenes Ding machen. Er hatte keine Zeit mehr für mich. Und als das passierte wurde es echt seltsam. Ich wollte was zutun haben und ging nach Miami um eine Wohnung zu finden. Ich bin rumgerannt und die Leute fingen an zu glauben ich würde Drogen nehmen. In Los Angeles mit Kevin zu sein half mir auch nicht. Wo immer ich auch hinging mit den beiden kleinen Kindern hatte ich 30 Fotografen um mich herum. Ich war eine Gefangene in meinem eigenen Haus. Und selbst wenn ich für ein bis zwei Wochen nach Miami oder New York gehen konnte änderte sich auch nichts. Es wäre viel besser gewesen nach Hause zu gehen. Mir die Kinder zu schnappen und ab nach Lousiana zu meinen Eltern. Ich denke ganze Zeit daran warum ich es nicht gemacht hatte. Ich war so unsicher. Ich stillte eines der Kinder und hatte das andere auch immer um mich. Ich hatte ein Kindermädchen, warum ging ich nicht einfach nach Louisanna.

Wenn du jetzt an diese Sache mit den geschorenen Haaren und den ganzen anderen Verrücktheiten zurückdenkst. Was hat dich damals dazu gebracht?
Also ich machte damals soviel unnatürliches mit, mit den Kindern und mit Kevin. Und er verliess mich einfach so und ich war am Boden zerstört. Und die Leute dachten „Oh seht sie euch an, jetzt dreht sie völlig durch“. Die Sache mit den Haaren sah ich nicht wirklich als Thema, ich mein so was machen die Leute tagtäglich.
Und warum hast du damals nicht darüber gesprochen und alles erklärt?
Weil ich mir dachte, das es niemanden etwas angeht. Jeder hat um sich eine Welt die er sich selbst geschaffen hat. Ich habe diese nervöse Energie und wenn ich anfange zu tanzen dann geht sie weg und ich spüre nur Gefühl. Es ist wie eine Achterbahn. Die Leute meinen man müsse eine Therapie machen, wenn man etwas durchgemacht hat. Für mich ist Kunst Therapie. Weil ich mich da auf spirituelle weise ausdrücken kann. Manchmal braucht es keine Worte um durch das zu gehen was man durchmachen muss. Manchmal ist es ein Gefühl das man spüren will wenn du tanzt. Das du berühren musst und das du nur erreichst wenn du bestimmte Bewegungen machst.Viele Dinge die mir passieren sind unangenehm und dann bin ich es manchmal leid. Zum Beispiel wenn ich morgens ein Eis essen gehen oder Nachts durch den Park laufen könnte. Dort dann die Luft spüren und einfach nur mit Freunden abhängen. Das sind Momente bei denen ich mir wünschte nicht Berühmt zu sein. Dann hätte ich das Gefühl dazu zugehören.
Die meisten Berühmten Leute haben drei oder vier Leute um sich herum. Normalerweise können sie trotzdem ihren Buggy herausholen und mit den Kindern zum Supermarkt gehen. Ich habe mal Jessica Alba gesehen und meine Schwester geht auch mit ihrer kleinen raus. Ich kann nirgends hingehen.
Was wäre wenn wir jetzt einfach so aus dem Gebäude herausgehen würden.
Einfach so zum spazieren?
Wir würden wahrscheinlich Wachleute brauchen.
Über das Berühmt sein
Anfangs ist es unglaublich. Man denkt so „Hey ich bin berühmt“. Verstehst du? Wie die ersten paar mal wenn dich jemand um ein Autogramm bittet. Das ist so ein Hochgefühl berühmt zu sein. Ich habe mich aber damit nie richtig wohlgefühlt. Mit dem Ruhm und so…Als ich so sechs Jahre gearbeitet hatte, kam ich nach Hause und wollte nur aufhören. Wollte dass alles aufhört und es abstellen. Ich wollte mir ein neues Leben aufbauen.
Und wie wird aus diesem Berühmten, erfolgreichen Entertainer, plötzlich ein Opfer, genau dieses Erfolges?
Also weiss du das mag ich nicht. Ein Opfer dieses Erfolges!
Ich glaube nicht dass du ein Opfer bist, du bist viel stärker aber irgendwie…
Ich bin aus irgendwelchen Gründen in dieser Kategorie gelandet! Ich hasse das,weil ich es toll finde wenn Leute das Beste aus ihrer Lage machen und positiv denken. Daran glaube ich fest. Es kommt auf die Einstellung an, man muss positiv denken und auch so handeln. Und hier zu sitzen und zu jammern…ich hasse das! Ich hasse es wenn die Leute das tun.
Über das Normal sein
Normal ist für jeden ganz verschieden. In meinem Leben tu ich jeden Tag Dinge die absolut nicht normal sind. Aber ich versuche es normal wie möglich zu machen. In allem was ich tue steckt wahnsinnig viel Energie drin. Und viele Menschen sind beteiligt. Ich muss Mauern und Tore bauen um sich zu schützen. Aber ich muss aufpassen kein Gefangener zu werden. Als ich kleiner war, hatten wir kein Geld. Wir hatten einfach keins. Aber trotzdem sind wir unter der Woche einfach nach Biloxi gefahren. Wir packten und los ging’s. Ich mag einfach solch spontane Sachen die Spass machen.
Über das wohnen in L.A.
Ich kann in LA einfach nicht leben. Ich habe mal zwei Jahre in New York gewohnt, ich finde es echt schade dort nicht mehr leben zu können. Aber seitdem der Vater meiner Kinder in Los Angeles lebt muss ich auch da bleiben. Ich war mal ein echt cooles Mädchen, aber ich habe das Gefühl das mit die Paparazzi meinen ganzen coolen Slang weggenommen haben. Also zum Beispiel um die Häuser ziehen, einen Typen kennenlernen und du hängst einfach nur so rum. Ich war so ein wirklich cooles Mädchen weisst du! Aber so bin ich schon lange nicht mehr!
Über Termine und Restaurantbesuche!
Weißt du ich kann nie wirklich lange bleiben, denn nach einer Zeit fängt es an weh zu tun, weil ich weiss das ich nicht lange bleiben kann. Denn alles ist so unwirklich. Es ist wie wenn du träumst und du willst nicht dass es nur ein Traum ist, und du willst nicht wach werden und bist dann sauer weil du doch wach geworden bist. Mein Leben hat viele Seiten. Dort sind meine Familie, meine Karriere und mein Privatleben. Und du weißt dass all dies da ist und wenn alles ineinandergreift, läuft alles glatt. Aber wenn eins nicht in Ordnung ist, dann ist es schwer sich zu konzentrieren. Also zum Beispiel mit meiner Karriere, also wenn ich etwas Privates im Kopf habe das mich beschäftigt sage ich mir immer, du musst jetzt stark sein, konzentriere dich nur auf das was du gerade tust. Wenn ich jetzt nicht so unter Beobachtung stehen würde. Also mit den ganzen Ärzten, Rechtsanwälten eben all den Leuten die mich täglich analysieren. Wenn das nicht so wäre, würde ich mich befreit fühlen. Und mehr ich selbst sein. Ich stecke irgendwie fest und die Sache ist die wie geht man damit um und du schaffst es einfach. Das mache ich auch, ich schaffe es einfach und das jeden Tag. Es ist nur so weißt du, strebe kein dauerhaftes Glück an, weil du Angst bekommst das es dir immer wieder kaputt gemacht wird. Also ist es besser gar nichts zu fühlen und Hoffnung zu haben. Als andersherum. Und wenn du den Leuten das sagst und ich ihnen sage was ich fühle, sie hören das zwar aber sie hören mir nicht richtig zu. Sie hören was sie hören wollen. Sie passen nicht wirklich auf, was ich ihnen erzähle. Es ist schlimm…ich bin traurig!
Was sagst du dazu Britney?
Selbst wenn man ins Gefängnis muss weiss man, dass man irgendwann wieder herauskommt.
Findest du dass dein Leben ausser Kontrolle ist?
Nein ich finde nicht dass es ausser Kontrolle ist. Eher zu sehr unter Kontrolle. Es ist nicht aufregend, es gibt keine Leidenschaft kein…es ist einfach jeden Tag das gleiche. Echt langweilig!
Du hast den Eindruck erweckt, das dein Leben ausser Kontrolle war, weil du
ständig unterwegs warst. Kannst du dazu vielleicht etwas sagen?
Okay…es war einfach eine echte Krise in meinem Leben. Es ist verrückt. Okay ich werde es nicht schön reden und sagen es ging mir gut. Leute reagieren ganz unterschiedlich wenn sie etwas durchmachen. Ich hatte meine Kinder, sie waren mein Zuhause und trotzdem wenn ich heim kam, dachte ich:„Oh Gott ich halte es hier nicht aus!“ Und wenn ich mich ins Auto gesetzt habe und losgefahren bin, ging es irgendwo unbestimmt hin.
Über ihre Kinder
Ich habe zwei Schätze! Meine Jungs, die mich jeden morgen aus dem Bett holen und meine Arbeit. Und diese Dinge sind es, was mich die letzten drei Jahre so stark gemacht hat. Ich denke an die letzten 10 Jahre und was ich durchgemacht habe. Es ist berührend wenn ich meine Babys ansehe. Ich meine du muss einfach an Gott glauben. Ich glaube total an Gott. Wie könnten diese zwei Wesen ohne einen Gott hier sein. Das wäre für mich der Himmel, mit meinen Kindern auf einer Insel und einem Mann und niemand könnte zu uns. So bin ich halt wenn ich jemanden wirklich liebe, liebe ich ihn wirklich. Ich gebe alles. Ich kriege nicht genug, ich muss immer mit demjenigen zusammen sein. Das ist das schönste Gefühl der Welt! Und dieses Gefühl geben mir meine Babys. Ich entscheide ein glücklicher Mensch zu sein, ich entscheide nicht bitter zu sein wenn ich einen schlechten Tag habe. Ich ärgere mich so über mich selbst und dann drehe ich es um uns sage mir, ich werde einen schönen Tag haben. Ich werde stark sein und so habe ich entschieden zu sein. Ich bereue nichts, denn ich glaube dass alles einen Grund hat. Ich muss nur zurückblicken und sagen es ist wie es ist und aus meinen Fehlern lernen. Und einfach mehr auf meinen Instinkt hören. Mein Leben war ausser Kontrolle, es stand viel auf dem Spiel. Und mir war klar dass ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege, wenn so viele Menschen da draussen etwas von mir wollen, aber ich bin stark, genug ist genug. Ich habe Stärke gezeigt.
Unsere gemeinsame Zeit geht jetzt zu Ende Britney und ich wollte dich fragen, was du denkst, was die Leute aus diesem Film mitnehmen sollen?
Mmmh…nur das ich genau so bin wie sie. Ich liebe meine Arbeit, ich liebe meine Kinder. Ich arbeite wirklich hart.
Aber was sagst du den Leuten, die meinen du hättest nicht genug gesagt?
Ich schreibe mal ein Buch darüber, ein gutes geheimnisvolles Buch! Es ist seltsam du siehst das grausamste dieser Welt. Das wirklich grausamste, aber auf der anderen Seite siehst du das schönste. Weißt du? Du gehst von einem
extrem ins nächste. Und sie sind es beide Wert, denn du würdest das eine nicht ohne das andere sehen. Aber das Grausame ist verdammt grausam, du wirst es nie vergessen. Aber der Himmel ist echt himmlisch, also bin ich irgendwie an beiden Orten gewesen. Ja…Heute versuche ich Situationen aus meiner Vergangenheit zu vermeiden!
Und wie erkennst du sie?
Ich gehe durchs Leben wie Karate-Kid!
Alternatives Ende-Interview Teil
Wann war das letzte mal als du dich richtig frei gefühlt hast?
Wenn ich mein Auto fahren konnte. Ich liebe es mein Auto zu fahren, da ist irgendwas, das dir ein Gefühl von Freiheit verleiht. Aber ich kann mein Auto zur Zeit nicht fahren. Es gab eine Zeit da standen eine Menge Leute an meiner Haustür. Und wenn ich zu irgendeinen Platz wollte, wurde es immer zu einer Freakshow weil da diese vielen Menschen ganze Zeit um dich herum sind. Und am Ende kannst du die Lust am fahren verlieren. Man möchte in dieser Situation rebellieren und du denkst darüber nach, Nachts einfach zu irgendeinen Platz zu fahren, wo nicht soviele Leute sind. Dann fingen die Leute an Kritiken über mich zu schreiben. Die Wahrheit des ganzen ist aber das ich nicht daran interessiert bin, das Menschen Mitleid für mich empfinden. Ich brauche es nicht! Mir reicht es wenn vielleicht ein kleiner Teil der Leute da draussen mir Verständnis entgegenbringen würden. Das wäre gut!
Ende
Quelle: MTV -
Britney For the Record, Übersetzung von RTL/AmySeeker.com. Geschrieben von AmySeeker.com
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